Fingerspiele für Babys sind kleine Verse, die du auf der Hand, im Gesicht oder am Bauch deines Kindes spielst: streicheln, tippen, klatschen, kitzeln. Hier findest du sieben alte Verse, die schon vor über 150 Jahren Babys zum Lachen gebracht haben – mit Anleitung, Worterklärungen und Tipps, ab wann welches Spiel passt.
Warum Babys Fingerspiele lieben
Für ein Baby ist ein Fingerspiel vor allem Nähe: Es sieht dein Gesicht, hört deine Stimme und spürt deine Berührung – alles zugleich. Die Verse wiederholen sich und haben einen festen Rhythmus; bald weiß dein Kind, wann das Kitzeln kommt, und freut sich schon vorher. Nebenbei hört es viele Wörter und lernt seinen Körper kennen: Hand, Nase, Ohr, Füßchen.
Die Verse
Kommt eine Maus
Die baut ein Haus,
Kommt ein Mückchen,
Baut ein Brückchen,
Kommt ein Floh,
Der macht sich! — so!
So geht’s: Mit zwei Fingern langsam von der Hand deines Babys den Arm hinaufkrabbeln. Beim „Floh“ angekommen, sanft unter dem Kinn oder am Hals kitzeln. Die Spannung steigt mit jeder Zeile – viele Babys lachen schon, bevor die Maus oben ist.
Da hast ’nen Taler
Geh auf den Markt,
Kauf dir ’ne Kuh,
Kälbchen dazu.
Das Kälbchen hat ein Schwänzchen,
Dideldideltänzchen.
So geht’s: Die Hand deines Babys öffnen und bei jeder Zeile über die Handfläche streichen. Beim „Dideldideltänzchen“ in der Handfläche kitzeln. Ein Taler war eine alte Münze.
Patsche, patsche Küchelchen
Mir und dir ein Krügelchen,
Mir und dir ein Tellerchen,
Mir und dir ein Hellerchen,
Sind wir zwei Gesellerchen.
So geht’s: Die Händchen im Takt zusammenklatschen. „Heller“ waren kleine Münzen, „Gesellerchen“ sind kleine Freunde – am Ende seid ihr zwei zusammen.
Backe, backe, backe
Das Mehl hol aus dem Sacke,
Die Eier aus dem Neste,
Unserm Kindlein das Beste.
So geht’s: Ein ganz kurzer Klatschvers für die Jüngsten. Wenn dein Kind größer ist, kommt „Backe, backe Kuchen“ mit den sieben Sachen dran.
Kinne Wippchen
Rot Lippchen,
Nuppelnäsichen,
Augenbrämichen,
Zupp, zupp Härichen.
So geht’s: Nacheinander sanft Kinn, Lippen, Nase und Augenbrauen antippen und zum Schluss ganz leicht an den Haaren zupfen. „Nuppelnäsichen“ ist ein Stupsnäschen, „Augenbrämichen“ sind die Augenbrauen.
Da kommt die Maus – Klingelingeling
Da kommt die Maus,
Klingelingeling!
Ist der Herr zu Haus?
So geht’s: Die Finger krabbeln wie eine Maus zum Ohr, das Ohrläppchen ist die Türklingel: „Klingelingeling!“ Größere Kinder antworten – bei „Ja“ geht die Maus zu Besuch, bei „Nein“ sucht sie weiter.
Füßchen, Händchen, Öhrchen
Händchen,
Öhrchen,
Mündchen,
Näschen,
Guckelchen,
Stirnchen,
Haarchen:
Zupp, zupp, zupp!
So geht’s: Ein alter Badevers aus dem Vogtland: Beim Baden oder Wickeln jeden Körperteil sanft berühren, zum Schluss dreimal ganz leicht an den Haaren zupfen. „Guckelchen“ sind die Äuglein.
Ab wann welches Spiel?
- In den ersten Monaten: Streichel- und Berührverse wie „Füßchen, Händchen“ oder „Kinne Wippchen“ – dein Baby schaut dich an und genießt die Berührung.
- Ab etwa einem halben Jahr: Kitzelverse mit Spannung wie „Kommt eine Maus“ und „Da hast ’nen Taler“.
- Ab etwa einem Jahr: Klatschverse wie „Patsche, patsche Küchelchen“ – jetzt klatscht dein Kind mit.
Tipps
- Kitzeln nur, solange es lacht: Wenn dein Baby wegschaut, sich wegdreht oder quengelt, ist genug – eine Pause ist dann schöner als ein weiteres Spiel.
- Immer wieder dieselben Verse: Babys lieben Wiederholung. Drei Lieblingsverse sind besser als zehn neue.
- Beim Wickeln und Baden: Die alten Verse passen genau in diese Momente – sie waren oft dafür gedacht.
Mehr Fingerspiele
Wenn dein Kind größer wird, geht es mit den Fingerspielen für Kleinkinder weiter, etwa mit „Das ist der Daumen“. Und zum Wippen auf dem Schoß gibt es die Kniereiter.