„Schneeflöckchen, Weißröckchen“ ist das Lied, das Kinder beim ersten Schnee am Fenster singen. Hier findest du den Text der vier bekannten Strophen, Bewegungen zum Mitmachen, die überraschende Geschichte des Lieds – es sah am Anfang ganz anders aus – und eine Druckvorlage.
Der Liedtext
jetzt kommst du geschneit,
du wohnst in der Wolke,
dein Weg ist so weit.
du lieblicher Stern,
malst Blumen und Blätter,
wir haben dich gern.
die Blümelein zu,
dann schlafen sie sicher
in himmlischer Ruh.
komm zu uns ins Tal,
dann baun wir den Schneemann
und werfen den Ball.
Was die Wörter bedeuten
- Weißröckchen: ein Kosename für die Schneeflocke – sie trägt ein weißes Röckchen.
- geschneit kommen: als Schnee herabfallen.
- Malst Blumen und Blätter: gemeint sind die Eisblumen, die der Frost ans Fenster zaubert.
- deckst die Blümelein zu: Unter der Schneedecke überstehen Pflanzen den Winter besser.
Bewegungen zum Mitmachen
- „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ – die Finger von oben nach unten rieseln lassen wie fallenden Schnee.
- „du wohnst in der Wolke“ – mit beiden Armen eine große Wolke über dem Kopf formen.
- „Komm, setz dich ans Fenster“ – mit den Händen ein Fenster in die Luft malen.
- „malst Blumen und Blätter“ – mit einem Finger Eisblumen auf das gedachte Fenster zeichnen.
- „du deckst uns die Blümelein zu“ – in die Hocke gehen und die Arme wie eine Decke über den Kopf legen.
- „dann baun wir den Schneemann und werfen den Ball“ – Kugeln rollen, aufeinandersetzen und zum Schluss einen Schneeball werfen.
Ab welchem Alter – und was es fördert
Schon Zweijährige singen die erste Zeile mit und lassen die Finger rieseln. Das Lied ist kurz, hat klare Bilder und einen wiegenden Dreiertakt – ideal, um Sprache und Bewegung zu verbinden. Ältere Kinder können über die Eisblumen und die schützende Schneedecke staunen: Warum frieren die Pflanzen darunter nicht?
Woher das Lied kommt
Den Anfang machte die Breslauer Autorin Hedwig Haberkern (1837–1901), die als „Tante Hedwig“ Geschichten für kleine Kinder schrieb. 1869 ließ sie in einer Geschichte über eine Schneewolke Kinder ein Lied singen – so klang es damals:
Da kommst Du geschneit,
Du warst in der Wolke,
Dein Weg ist gar weit;
Du niedlicher Stern,
Giebst Blätter und Blumen,
Wir sehen dich gern!
Die Saaten geschwind,
Sie frieren, du wärmst sie,
So bittet das Kind.
So kommet doch all’,
Dann wird bald ein Schneemann,
Dann werf ich den Ball.
Danach wurde das Lied immer wieder umgesungen: Um 1890 kam eine Strophe mit dem „Wintervöglein“ dazu, später die Strophen mit den zugedeckten Blümchen, die wir heute kennen. Wer diese Fassung geformt hat, weiß niemand – ebenso wenig, wer die heutige Melodie erfunden hat.
Ideen für Kita und zu Hause
- Schneeflocken schneiden: Papier falten und Flocken ausschneiden – jede sieht anders aus.
- Eisblumen suchen: an einem frostigen Morgen gemeinsam ans Fenster schauen.
- Watteflocken-Pusten: Wattebäusche beim Singen über den Tisch pusten.
Druckvorlage: das Liedblatt mit allen vier Strophen – für die Fensterscheibe oder den Liederordner.
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