Hoppe, hoppe Reiter – und plumps! Kniereiter sind Verse, bei denen dein Kind auf deinen Knien reitet, bis es am Ende „herunterfällt“ und sicher aufgefangen wird. Hier findest du die bekannten Kniereiter und Schoßspiele mit Text, Anleitung und Herkunft – von ganz sanft für Babys bis zum wilden Galopp.
Der Klassiker
- Hoppe, hoppe Reiter – mit alten Zusatzstrophen, Anleitung und Druckvorlage.
So geht ein Kniereiter
- Setz dich bequem hin und nimm dein Kind auf die Oberschenkel, das Gesicht zu dir – so seht ihr euch an.
- Halte es gut unter den Armen oder an beiden Händen fest.
- Wippe im Takt des Verses mit den Knien, erst sanft, dann etwas kräftiger.
- Beim „Plumps“ öffnest du die Knie ein wenig und lässt dein Kind ein Stückchen nach unten rutschen – dabei hältst du es die ganze Zeit fest.
- Und gleich wieder hoch: Die meisten Kinder rufen sofort „Nochmal!“
Ab welchem Alter?
Sobald ein Baby seinen Kopf sicher allein halten kann, kannst du ganz sanft wippen. Das „Fallenlassen“ am Ende eignet sich eher für Kinder ab etwa einem Jahr – und auch dann nur so weit, dass du dein Kind sicher hältst. Wichtig: ein Baby nie schütteln und nie ruckartig bewegen.
Warum Kinder Kniereiter lieben
Spannung und Erleichterung in einem: Dein Kind weiß, dass am Ende das „Plumps“ kommt, wartet darauf – und wird doch jedes Mal sicher aufgefangen. Das stärkt das Vertrauen und den Gleichgewichtssinn, und der Rhythmus des Wippens hilft, den Vers bald selbst mitzusprechen.
Weitere Kniereiter mit Text
Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp
Pferdchen lauf Galopp
Über Stock und über Steine,
Aber brich dir nicht die Beine.
Hopp, hopp, hopp, hopp, hopp,
Pferdchen, lauf Galopp.
Das Pferdchen frisst kein Stroh.
Muss dem Pferdchen Haber kaufen,
Dass es recht im Trapp kann laufen.
Hopp, hopp, ho!
Das Pferdchen frisst kein Stroh.
Ursprünglich ein Steckenpferdlied: Den Text schrieb Karl Hahn 1808, die Melodie Carl Gottlieb Hering 1809. Die heute gesungene Form ist eine volkstümliche Umformung, gedruckt seit 1848. „Haber“ ist ein altes Wort für Hafer. So geht’s: im Takt kräftig wippen, bei „Galopp“ schneller werden.
Schacke, schacke Reiterpferd
’s Pferd ist nicht drei Heller wert.
Macht das Pferdchen trib, trib, trab,
fällt der kleine Junge ab.
So geht’s: Das Wort „fällt“ laut betonen und so tun, als ließest du dein Kind fallen – so beschreibt es die Sammlung von 1897. Ein Heller war eine kleine Münze: Das Pferd ist also nicht viel wert.
’s reitet einer über den Graben
Reiten sie tapfer, so kommen sie bald rum;
’s reitet einer über den Graben,
Fällt er ’nein, so muss er’s haben,
Pflumpf! liegt er drin.
So geht’s: Beim „Pflumpf!“ streckst du ein Bein aus und lässt den kleinen Reiter daran hinunterrutschen – so steht es schon 1851 beschrieben. Kurz und gut für den Anfang.
So fahren die Damen
so reiten die Herren, so reiten die Herren,
so juckelt der Bauer, so juckelt der Bauer.
Hutschack schack, schack schack schack,
hutschack schack, schack schack.
So geht’s: Jede Zeile hat ihr eigenes Tempo: Die Damen fahren langsam und sanft, die Herren reiten im Schritt, der Bauer juckelt schneller – und beim „Hutschack“ wird kräftig gehüpft.
Hopp, mein Pferdchen, nach der Stadt
Bring meinem lieben Kindchen wat.
Was soll ich ihm denn bringen?
’n großen Sack voll Kringeln:
Zuckerbrot und Mandelkern
Mag mein liebes Kindchen gern.
So geht’s: Ein sanfter Kniereiter ohne Sturz – ideal für Babys. Langsam wippen und am Ende dein Kind in den Arm nehmen. „Kringeln“ sind kleine Kringel aus Gebäck.
Hotte hotte Rößle – auf Schwäbisch
Z’ Stuttgart steht e Schlößle,
Z’ Stuttgart ist e rotes Haus,
Gucket drei schöne Jungfern raus:
Die ein’ spinnt Seide,
Die ander spinnt Weide,
Die dritt spinnt e rote Rock
Für unsern liebe Herregott.
So geht’s: Ruhig wippen und dabei die kleine Geschichte erzählen: In Stuttgart steht ein Schlösschen, drei Frauen schauen heraus und spinnen – die letzte einen roten Rock für den lieben Gott. Ein schönes Beispiel dafür, wie Kniereiter früher in jeder Gegend anders klangen.
Bekannte neuere Kniereiter
Viele Kniereiter, die heute in Kitas beliebt sind, sind erst nach 1950 entstanden. Ihre Texte sind urheberrechtlich geschützt, bis 70 Jahre nach dem Tod der Autorinnen und Autoren vergangen sind. Wir nennen sie hier mit Titel und Urheber, damit du sie findest – den Text bekommst du in den Büchern der Verlage:
- „Auf einem weißen Pferdchen“ – Text: Lore Kleikamp, Musik: Detlev Jöcker
- „Schritt vor Schritt“ – Text und Musik: Detlev Jöcker
„Ri, ra, rutsch, wir fahren in der Kutsch“ ist in den alten Sammlungen übrigens kein Kniereiter, sondern ein Gehspiel zu zweit. Es bekommt bald eine eigene Seite.
Mehr zum Mitmachen
Für die Hände gibt es die Fingerspiele, für die Kleinsten die Fingerspiele für Babys und nach einem Sturz die Trostverse.