Mit Anleitung · Herkunft · Druckvorlage

O Tannenbaum

„O Tannenbaum“ ist das Lied vom Weihnachtsbaum schlechthin – gesungen beim Schmücken, beim Aufstellen und unterm Baum. Hier findest du alle drei Strophen, Bewegungen zum Mitmachen, die überraschende Geschichte des Lieds – es war zuerst ein Liebeslied – und eine Druckvorlage.

TextErnst Anschütz (1824) nach August Zarnack (1820)
MelodieVolksweise
Strophen3
Passt ab2 Jahren
AnlassWeihnachtsbaum schmücken

Der Liedtext

1
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie grün sind deine Blätter!
Du grünst nicht nur zur Sommerzeit,
nein, auch im Winter, wenn es schneit.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie grün sind deine Blätter!
2
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
du kannst mir sehr gefallen!
Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit
ein Baum von dir mich hoch erfreut!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
du kannst mir sehr gefallen!
3
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Kleid will mich was lehren:
Die Hoffnung und Beständigkeit
gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Kleid will mich was lehren.
Strophen 1 und 2 nach Unsere Lieder, Hamburg: Rauhes Haus 1861, S. 58, mit der heutigen Melodie; Strophe 3 nach Ernst Anschütz, Musikalisches Schulgesangbuch, Leipzig 1824, S. 134–135, mit „mich was lehren“ wie bei G. W. Fink 1843 (Rechtschreibung behutsam modernisiert).

Was das Lied bedeutet

Tannen und Fichten verlieren im Winter ihre Nadeln nicht – sie bleiben grün, wenn alle anderen Bäume kahl sind. Deshalb war der „treue“ Tannenbaum schon lange ein Bild für Beständigkeit. In der dritten Strophe wird daraus eine kleine Lebensweisheit: Wer durchhält und hofft, findet zu jeder Zeit Trost und Kraft.

  • Blätter: gemeint sind die Nadeln.
  • Kleid: das grüne Nadelkleid des Baums.
  • Beständigkeit: Treue, Ausdauer.
  • hoch erfreut: sehr gefreut.

Bewegungen zum Mitmachen

  1. „O Tannenbaum“ – die Hände über dem Kopf zusammenlegen und die Arme schräg nach unten strecken: So sieht ein Tannenbaum aus.
  2. „Du grünst nicht nur zur Sommerzeit“ – die Arme sanft hin und her wiegen wie Zweige im Sommerwind.
  3. „auch im Winter, wenn es schneit“ – mit den Fingern Schnee von oben herabrieseln lassen.
  4. In der zweiten Strophe den Baum schmücken: Die Kinder hängen einander gedachte Kugeln an die Arm-Zweige.
  5. In der dritten Strophe stehen alle ganz fest und aufrecht – beständig wie der Baum.

Woher das Lied kommt

Der immergrüne Tannenbaum kam in Volksliedern schon lange vor. 1820 machte der Potsdamer Erzieher August Zarnack (1777–1827) daraus ein trauriges Liebeslied: Der Tannenbaum ist treu, das Mädchen dagegen nicht – „O Mädelein, o Mädelein, wie falsch ist dein Gemüte!“, heißt es in seiner zweiten Strophe.

1824 griff Ernst Anschütz (1780–1861), Lehrer in Leipzig, das Lied auf: Er behielt nur Zarnacks Anfang und setzte zwei eigene Strophen über den geschmückten Christbaum dazu. Damit war aus der Liebesklage eines der ältesten Weihnachtsbaumlieder geworden. Bei Anschütz hieß es noch „wie treu sind deine Blätter“ und „dein Kleid will mir was lehren“; „wie grün“ fanden wir zuerst in einem Liederbuch von 1861.

Auch die Melodie hat gewechselt: Zarnack und Anschütz druckten eine ältere Volksweise im Dreivierteltakt. Die Melodie, die wir heute singen, steht 1861 in einem Liederbuch des Rauhen Hauses in Hamburg; sie gilt als Weise eines älteren Studentenlieds. Scherzstrophen über den Kaiser, den Lehrer oder den Weihnachtsmann, die man manchmal hört, sind neuer und ohne bekannten Verfasser – wir drucken sie nicht ab.

Ideen für Kita und zu Hause

  • Baum schmücken mit Lied: Jedes Mal, wenn ein Stück Schmuck hängt, wird eine Zeile gesungen.
  • Tannenzweig erforschen: Nadeln anfassen, riechen und zählen – wie fühlen sie sich an?
  • Grundschule: Warum bleiben Nadelbäume im Winter grün? Die Nadeln haben eine Wachsschicht und verlieren so bei Frost kaum Wasser.

Druckvorlage: das Liedblatt mit allen drei Strophen – zum Aufhängen neben dem Baum.

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Mehr Weihnachtslieder

Weitere Lieder findest du bei den Weihnachtsliedern, ein Gedicht über den Baum nach dem Fest bei den Weihnachtsgedichten.

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