„Backe, backe Kuchen“ ist für viele das allererste Fingerspiel: Schon mit einem Jahr klatschen Kinder begeistert mit. Hier findest du den Text, die Bewegungen Schritt für Schritt, erfährst, was „gehl“ bedeutet und welche sieben Sachen in den Kuchen gehören – und bekommst eine Druckvorlage dazu.
Der Text
der Bäcker hat gerufen!
Wer will guten Kuchen backen,
der muss haben sieben Sachen:
Eier und Schmalz,
Zucker und Salz,
Milch und Mehl,
Safran macht den Kuchen gehl.
Schieb, schieb in’n Ofen rein.
So geht das Fingerspiel
- Nimm dein Kind auf den Schoß oder setz dich ihm gegenüber und fasse seine Händchen.
- „Backe, backe Kuchen, der Bäcker hat gerufen“ – die Hände deines Kindes im Takt zusammenklatschen. So beschreibt es schon ein Kinderbuch von 1848.
- „Wer will guten Kuchen backen“ – mit einer Hand in der anderen „rühren“.
- „Eier und Schmalz, Zucker und Salz, Milch und Mehl“ – bei jeder Zutat einen Finger antippen und mitzählen.
- „Safran macht den Kuchen gehl“ – als siebte Sache den letzten Finger zählen und die Hände weit öffnen wie eine gelbe Sonne.
- „Schieb, schieb in’n Ofen rein“ – beide Hände flach nach vorn schieben, als käme das Blech in den Ofen.
Für die Allerkleinsten reicht das Klatschen im Takt. Die Zutaten zählen Kinder ab etwa drei Jahren gern mit.
Die sieben Sachen – und was „gehl“ bedeutet
Eier, Schmalz, Zucker, Salz, Milch, Mehl und Safran: Das sind genau die sieben Sachen aus dem Vers. Safran ist ein teures Gewürz aus den Blütenfäden einer Krokusart; früher färbte man damit Kuchen und Gebäck gelb. „Gehl“ ist die alte Form von „gelb“ – und reimt sich wunderbar auf „Mehl“.
Ab welchem Alter – und was es fördert
Mit etwa einem Jahr klatschen Kinder mit und freuen sich über den festen Rhythmus. Das Klatschspiel verbindet Sprache und Bewegung, und das Zählen der sieben Sachen ist für Kindergartenkinder eine erste kleine Rechenübung. Weil der Vers am Ende „in den Ofen schiebt“, hat er einen klaren Schluss – Kinder wollen dann meist sofort noch einmal.
Woher der Vers kommt
Die Reihe der sieben Zutaten wurde 1847 in Dessau als eigener Spruch aufgeschrieben. Ein Jahr später steht der ganze Vers in Karl Simrocks Deutschem Kinderbuch – mit der Anweisung, dem Kind dabei die Händchen zusammenzuschlagen. Franz Magnus Böhme druckte ihn 1897 mit Melodie und schrieb dazu, man habe ihn schon vor 1840 gesungen.
Varianten
Ältere Fassungen haben „Butter und Salz“ statt „Zucker und Salz“. In einer anderen Strophe von 1848 hat jemand keinen Teig zum Bäcker gebracht: „Backe backe Kuchen, / Der Bäcker hat gerufen, / Hat gerufen die ganze Nacht, / Marie hat keinen Teig gebracht, / Kriegt auch keinen Kuchen.“ Hier kannst du den Namen deines Kindes einsetzen – aber Vorsicht, es bekommt dann keinen Kuchen!
Ideen für Krippe, Kita und zu Hause
- Echt backen: die sieben Sachen auf den Tisch stellen und beim Sprechen hochhalten.
- Zutatenkarten: sieben Bilder malen oder ausschneiden und in der richtigen Reihenfolge legen.
- Kaufladen-Spiel: Die Kinder bringen dem „Bäcker“ nacheinander die Zutaten.
Druckvorlage: der Vers zum Ausdrucken – für die Küchenwand oder den Krippenordner.
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