„Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen“ – bei diesem Fingerspiel bekommt jeder Finger eine kleine Rolle, und am Ende hat der kleine Finger alles aufgegessen. Hier findest du den Text, die Anleitung für jeden Finger, die lustigen alten Namen für den kleinen Finger und eine Druckvorlage.
Der Text
der schüttelt die Pflaumen,
der hebt sie auf,
der trägt sie nach Haus,
und der Kleine isst sie alle auf.
So geht das Fingerspiel
- Nimm eine Hand deines Kindes in deine – oder zeig es an deiner eigenen Hand.
- „Das ist der Daumen“ – den Daumen antippen oder sanft wackeln.
- „der schüttelt die Pflaumen“ – den Zeigefinger hin und her schütteln.
- „der hebt sie auf“ – den Mittelfinger antippen und leicht anheben.
- „der trägt sie nach Haus“ – mit dem Ringfinger ein Stückchen über die Handfläche „gehen“.
- „und der Kleine isst sie alle auf“ – den kleinen Finger kitzeln oder schmatzend so tun, als würde er alle Pflaumen verputzen.
So beschreibt es schon ein Kinderbuch von 1848: Bei jeder Zeile zeigt man auf den nächsten Finger, beginnend mit dem Daumen.
Die alten Namen für den kleinen Finger
In alten Fassungen hat der kleine Finger lustige Spitznamen: Er heißt „Binkes“ (1848), „Wex“ oder „Schelm“ (1897), „Dibbeditz“ (um 1890) oder „Klimperkleine“ (1899). Kinder lieben es, sich eigene Namen auszudenken – vielleicht bekommt der kleine Finger bei euch einen ganz neuen.
Ab welchem Alter – und was es fördert
Ab etwa anderthalb Jahren genießen Kinder es, wenn ihre Finger einzeln angetippt werden. Das schärft das Gefühl für die eigene Hand. Mit zwei bis drei Jahren sprechen sie mit und können die Finger bald selbst nacheinander zeigen. Nebenbei lernen sie: Eine Hand hat fünf Finger, und jeder ist ein bisschen anders.
Woher der Vers kommt
Fingerzählverse, bei denen jeder Finger eine Rolle spielt, gibt es in vielen Sprachen. Im Deutschen reimt sich der Daumen auf die Pflaumen, und so geht es fast immer ums Obstsammeln. Gedruckt ist der Vers seit 1847 (Dessau) und 1848 (Karl Simrocks Deutsches Kinderbuch). Auch Friedrich Fröbel, der Gründer des Kindergartens, kannte solche Daumenreime und nahm ihren Anfang als Vorbild für sein eigenes Fingerlied.
Varianten
In einer Fassung von 1847 isst der kleine Finger die Pflaumen nicht, sondern petzt: „… und der sagt: Warte, wart’, ich will’s der Mutter sagen.“ Andere alte Fassungen lassen die Pflaumen „auflesen“ statt „aufheben“. Diese und weitere Pflaumenverse findest du bei den Fingerspielen im Herbst.
Ideen für Krippe, Kita und zu Hause
- Mit echten Pflaumen: im Spätsommer Pflaumen sammeln und den Vers dabei sprechen.
- Fingerpuppen: kleine Gesichter auf die Fingerkuppen malen – jeder Finger ist eine Figur.
- Andersherum: mit dem kleinen Finger anfangen – klappt der Vers dann noch?
Druckvorlage: der Vers zum Ausdrucken – für die Pinnwand oder den Fingerspiel-Ordner.
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