„Hoppe, hoppe Reiter“ ist der bekannteste Kniereiter überhaupt: Das Kind reitet auf deinen Knien, erlebt einen wilden Ritt – und am Ende macht es „Plumps“. Hier findest du den Text, alte Zusatzstrophen, eine Anleitung für ein sicheres „Plumps“, die Herkunft des Verses und eine Druckvorlage.
Der Text
Wenn er fällt, dann schreit er.
Fällt er in den Graben,
Fressen ihn die Raben,
Fällt er in den Sumpf,
Macht der Reiter: Plumps!
Alte Zusatzstrophen
Je nach Gegend fiel der Reiter früher noch an ganz andere Orte. Diese Zeilen stehen in alten Sammlungen – du kannst sie vor dem „Sumpf“ einschieben:
Fressen ihn die Schnecken,
Fällt er auf die Steine,
Tun ihm weh die Beine.
Macht er sich sein Röckchen nass.
Schreit er gleich: „Au weh! Au weh!“
So findt ihn keiner gleich.
Die Zeilen, in denen der Reiter „ins Wasser“ oder „auf die Wurzeln“ fällt, haben wir in keinem Druck vor 1956 gefunden – ihre Herkunft ist offen, deshalb stehen sie hier nicht.
So geht der Kniereiter
- Setz dich bequem hin, nimm dein Kind auf die Oberschenkel, das Gesicht zu dir, und halte es gut unter den Armen fest.
- „Hoppe, hoppe Reiter“ – im Takt mit den Knien wippen, erst sanft, dann etwas kräftiger.
- „wenn er fällt, dann schreit er“ – das Wort „fällt“ laut betonen und kurz so tun, als würde dein Kind fallen. So steht es schon in einer Sammlung von 1897.
- „Fällt er in den Graben … in den Sumpf“ – weiter wippen, die Spannung steigt.
- „macht der Reiter plumps!“ – die Knie ein wenig öffnen und dein Kind ein Stückchen nach unten rutschen lassen. Du hältst es dabei die ganze Zeit fest.
- Gleich wieder hochholen – und meistens heißt es sofort: „Nochmal!“
Wichtig: ein Baby nie schütteln und nie ruckartig bewegen. Solange es den Kopf noch nicht sicher halten kann, nur ganz sanft wiegen und das „Plumps“ weglassen.
Warum fressen die Raben den Reiter?
Manche Eltern stört, dass Raben und Schnecken den kleinen Reiter „fressen“. Für Kinder ist das keine Drohung, sondern eine lustige Übertreibung: Sie wissen genau, dass gleich das „Plumps“ kommt und sie aufgefangen werden. Genau diese Mischung aus Grusel und Geborgenheit macht den Reiz aus. Wer mag, nimmt stattdessen die Strophen mit Gras oder Klee.
Woher der Vers kommt
Kniereiter, bei denen ein kleiner Reiter in Graben, Sumpf oder Klee stürzt, gibt es in vielen Gegenden. Die älteste gefundene Vollform stammt von 1847 aus Anhalt-Dessau und beginnt noch mit „Schacke schacke Reiter“. 1851 zitierte eine Berliner Zeitung „Hoppe, Hoppe, Reiter … Plumps!“ sogar in einer politischen Satire – so bekannt war der Vers schon damals. Um 1900 hatte sich die heutige Fassung in Nord- und Westdeutschland durchgesetzt; statt „Hoppe“ riefen Kinder anderswo „Schacke“, „Schocke“ oder „Hopp“.
Ideen für Krippe und zu Hause
- Stofftier-Reiter: Größere Kinder lassen ein Kuscheltier auf ihren eigenen Knien reiten.
- Neue Orte erfinden: Wo fällt der Reiter heute hin? In den Schnee, ins Laub, in den Sandkasten – und was passiert dann?
- Langsam und schnell: einmal im Schritt, einmal im Galopp – Kinder lieben den Wechsel.
Druckvorlage: der Vers zum Ausdrucken.
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