„Ene, mene, miste“ kennt jedes Kind – und fast alle denken, der Reim sei uralt. Die Formel „Ene, mene“ ist es tatsächlich: Sie steht schon in einem Druck von 1807. Die bekannte Zeile mit der Kiste ist dagegen viel jünger. Hier erfährst du, woher der Reim kommt, findest alte „Ene, mene“-Verse zum Auszählen und eine Druckvorlage.
Alte „Ene, mene“-Reime zum Auszählen
Was sie milcht, das kriegst du.
gallera pisino
ene mene muspitus
ene mene mus.
Dehne du
Kappernelle wu,
Isabelle,
Pempernelle,
Ibille, Pibille
Geh weg!
So wird ausgezählt
- Alle Kinder stellen sich im Kreis auf.
- Ein Kind spricht den Reim und tippt bei jeder Silbe reihum ein Kind an – auch sich selbst.
- Bei „… kriegst du“ oder „geh weg!“ ist das angetippte Kind raus.
- Weiterzählen, bis nur noch ein Kind übrig ist – das ist dran.
Woher „es rappelt in der Kiste“ kommt
Die heute bekannteste Fassung lautet „Ene mene miste, es rappelt in der Kiste, ene mene meck, und du bist weg“. Sie stammt aus dem Vorspann der ZDF-Kinderserie Rappelkiste, die ab 1973 lief, und ist vorher in keinem Druck zu finden. Wer den Vorspann geschrieben hat, ist nicht eindeutig belegt. Weil diese Fassung so jung ist, drucken wir sie nicht als Reim zum Ausdrucken ab, sondern die alten Formeln oben.
Was bedeutet „ene, mene“?
Schon die Sammler des 19. Jahrhunderts haben gerätselt. Viele hielten die Silben für verballhornte Zahlwörter: Aus dem lateinischen „unus, duo“ – eins, zwei – seien über viele Kindermünder „ene, dene“ oder „one, done“ geworden. Ein schwäbischer Sammler schrieb 1851, „Ene, Dene, Du“ bedeute offenbar einfach „eins, zwei, drei“. Beweisen lässt sich das nicht – sicher ist nur, dass Kinder den Klang lieben.
Den ältesten Beleg haben wir in einer Volksliedsammlung von 1807 gefunden: einen plattdeutschen Abzählvers, der mit „Eene, meene“ beginnt.
Druckvorlage: drei alte „Ene, mene“-Reime zum Ausdrucken.
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Weitere Verse zum Auszählen findest du bei den Abzählreimen.