Mit Anleitung · Herkunft · Druckvorlage

Weißt du, wie viel Sternlein stehen

Wie viele Sterne gibt es? Wie viele Mücken tanzen in der Sonne? Mit solchen Fragen spielt das Abendlied „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“ – und gibt am Ende eine tröstliche Antwort. Hier findest du den Text aller drei Strophen, die Geschichte des Lieds und Ideen für die Zeit vor dem Einschlafen.

Passt ab2 Jahren, zum Vorsingen früher
TextWilhelm Hey, 1837
MelodieVolksweise
Strophen3
ThemaSterne, Tiere, Geborgenheit

Der Liedtext

1
Weißt du, wie viel Sternlein stehen
An dem blauen Himmelszelt?
Weißt du, wie viel Wolken gehen
Weithin über alle Welt?
Gott der Herr hat sie gezählet,
Dass ihm auch nicht eines fehlet
An der ganzen großen Zahl.
2
Weißt du, wie viel Mücklein spielen
In der heißen Sonnenglut?
Wie viel Fischlein auch sich kühlen
In der hellen Wasserflut?
Gott der Herr rief sie mit Namen,
Dass sie all’ ins Leben kamen,
Dass sie nun so fröhlich sind.
3
Weißt du, wie viel Kindlein frühe
Stehn aus ihrem Bettlein auf,
Dass sie ohne Sorg’ und Mühe
Fröhlich sind im Tageslauf?
Gott im Himmel hat an allen
Seine Lust, sein Wohlgefallen,
Kennt auch dich und hat dich lieb.
Text nach G. W. Fink, Musikalischer Hausschatz der Deutschen, Leipzig 1843, S. 16 (Rechtschreibung behutsam modernisiert). Im Erstdruck von 1837 heißt es „Sterne“ statt des heute gesungenen „Sternlein“.

Worum es in dem Lied geht

Jede Strophe stellt Fragen, auf die niemand eine Antwort weiß: Wie viele Sterne, Wolken, Mücken, Fische und Kinder gibt es? Die Antwort des Lieds lautet: Gott kennt sie alle – und er kennt auch dich. Für Kinder ist das am Ende des Tages ein Gefühl von Geborgenheit: Ich bin nicht irgendeiner von vielen, ich bin gemeint. Auch Familien, die nicht religiös sind, singen das Lied gern wegen seiner Bilder und seiner ruhigen Melodie.

Alte Wörter, kurz erklärt

  • Himmelszelt: der Himmel, der sich wie ein Zeltdach über uns wölbt.
  • Mücklein: kleine Mücken.
  • gezählet: gezählt – die längere Form passt besser zur Melodie.
  • Wasserflut: das Wasser von Bach, See oder Meer.

Ideen für die Zeit vor dem Einschlafen

  1. Sterne zählen: vor dem Singen gemeinsam aus dem Fenster schauen – wie viele Sterne seht ihr?
  2. Zweite Strophe spielen: mit den Fingern Mücken tanzen und mit der flachen Hand Fische schwimmen lassen.
  3. Leuchtsterne an der Zimmerdecke beim Singen einen nach dem anderen anschauen.
  4. Die letzte Zeile persönlich machen: statt „dich“ den Namen deines Kindes singen.

Ab welchem Alter – und was es bewirkt

Zum Vorsingen passt das Lied schon für Babys. Ab etwa zwei Jahren erkennen Kinder die Bilder wieder – Sterne, Wolken, Fische – und zeigen oder spielen sie mit. Weil jede Strophe gleich aufgebaut ist, lernen Kinder den Text schnell auswendig.

Woher das Lied kommt

Wilhelm Hey (1789–1854) war Pfarrer in Thüringen und wurde mit Fabeln für Kinder bekannt, zu denen Otto Speckter die Bilder zeichnete. Das Lied erschien 1837 ohne Überschrift und ohne Heys Namen im Anhang seines Buches Noch funfzig Fabeln für Kinder. Die Melodie ist älter: Sie gehörte zu einem Volkslied, das ebenfalls mit den Sternen beginnt – „So viel Stern’ am Himmel stehen“ – und in dem ein Liebender seine Treue besingt. Spätestens 1843 stand Heys Text mit dieser Weise in einem Liederbuch.

Varianten

Heute singt man „Sternlein“, im Erstdruck stehen „Sterne“. In der zweiten Strophe heißt es mal „hellen“, mal „heißen Sonnenglut“, und in der dritten stehen je nach Liederbuch „Kinder“ oder „Kindlein“ – alle diese Fassungen sind alt.

Druckvorlage: das Liedblatt mit allen drei Strophen.

PDF herunterladen

Mehr Lieder zum Einschlafen

Weitere Abendlieder findest du bei den Schlaf- und Wiegenliedern, zum Beispiel Der Mond ist aufgegangen.

Nach oben scrollen