Mit Anleitung · Herkunft · Druckvorlage

Ich geh mit meiner Laterne

Wenn es im Herbst früh dunkel wird, ziehen Kinder mit ihren Laternen durch die Straßen – und fast überall erklingt dabei dieses Lied. Es ist viel älter, als die meisten denken: Schon vor über 200 Jahren wurde es gesungen. Hier findest du den Text in der ältesten Fassung mit Melodie, Bewegungen für den Laternenumzug, die Geschichte des Lieds und eine Druckvorlage.

Passt ab2 Jahren
AnlassLaternelaufen, Martinsumzug
Text und Melodieüberliefert, Norddeutschland
Ältester Beleg1818, erster Druck 1851
Strophen1 mit Kehrreim
FördertRhythmus, Gehen im Takt, oben und unten

Der Liedtext

1
Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir,
und oben leuchten die Sterne
und unten leuchten wir.
Der Hahn, der kräht, die Katz’ miaut.
Eh, eh, eh,
la bummel, la bummel, la bum.
Text nach Fritz Jöde, Ringel Rangel Rosen, Leipzig 1913 – der ersten Aufzeichnung mit Melodie. Die Strophe ist überliefert; Jöde hat sie nach mündlicher Überlieferung aufgeschrieben.

Die älteste gedruckte Form stammt aus Oldenburg (1851) und klingt noch etwas anders: „Ich gehe mit meiner Laterne / Und meine Laterne mit mir, / Sonne, Mond und Sterne / Sind auf meiner Laterne / Und meine Laterne mit mir.“ Aus dem „la bummel, la bummel, la bum“ wurde später das bekannte „Rabimmel, rabammel, rabumm“.

Bewegungen für den Laternenumzug

Das Lied ist ein Gehlied: Sein gleichmäßiger Takt passt genau zu kleinen Schritten. So könnt ihr es in der Kita oder beim Probelaufen im Flur spielen:

  1. „Ich geh mit meiner Laterne“ – im Takt losgehen, die Laterne ruhig vor dem Körper halten.
  2. „und meine Laterne mit mir“ – die Laterne kurz anschauen, als wäre sie ein Freund, der mitgeht.
  3. „und oben leuchten die Sterne“ – stehen bleiben und mit der freien Hand zum Himmel zeigen.
  4. „und unten leuchten wir“ – auf sich selbst zeigen und die Laterne ein wenig anheben.
  5. „Der Hahn, der kräht, die Katz’ miaut“ – mit den Armen flattern, dann mit einer Hand Katzenpfoten machen.
  6. „la bummel, la bummel, la bum“ – die Laterne vorsichtig im Takt hin und her schwingen und weitergehen.

Mit Kerzenlaternen bitte nur ganz sanft schwingen – das Licht darf das Papier nicht berühren. Für die Kleinsten sind Laternenstäbe mit LED-Licht die sichere Wahl.

Ab welchem Alter – und was es fördert

Schon Zweijährige laufen begeistert mit und singen die erste Zeile mit. Das Lied übt den Wechsel von oben und unten, und weil man dabei im Takt geht, verbindet es Sprache und Bewegung – genau das hilft Kindern, sich Verse zu merken. Die Tierlaute von Hahn und Katze machen besonders den Kleinen Spaß.

Woher das Lied kommt

„Ich geh mit meiner Laterne“ ist ursprünglich ein norddeutsches Laternenlied für die dunklen Herbstabende – mit Sankt Martin hatte es zunächst nichts zu tun. Wie bekannt es früh war, zeigt ein Fund aus Wien: 1818 wurden die ersten Zeilen in einem Theaterstück von Adolf Bäuerle zitiert. Den ersten eigenen Druck findest du 1851 in einem Oldenburger Buch über Kinderspiele und Reime, die Melodie hat Fritz Jöde 1913 zum ersten Mal aufgezeichnet.

Die heute oft gesungenen Martinsstrophen – etwa „Ein Lichtermeer zu Martins Ehr“ – kamen erst nach 1945 hinzu, als die Martinsumzüge das Lied übernahmen. Die bekanntesten stammen aus einem Liederheft von 1957 und sind urheberrechtlich geschützt, bei anderen ist die Herkunft ungeklärt. Deshalb findest du hier nur die alte, überlieferte Strophe.

Ideen für Kita und Grundschule

  • Probelauf: Vor dem Umzug einmal im dunklen Flur mit Taschenlampen oder LED-Laternen singen.
  • Laterne gestalten: Sonne, Mond und Sterne aus Transparentpapier auf die Laterne kleben – so wie in der Fassung von 1851.
  • Oben und unten: Beim Singen abwechselnd hoch und tief zeigen – ein kleines Spiel zu Raumbegriffen.
  • Grundschule: die Fassungen von 1851 und 1913 vergleichen: Was ist gleich geblieben, was hat sich verändert?

Druckvorlage: das Liedblatt zum Mitnehmen – für den Laternenumzug oder die Pinnwand.

PDF herunterladen

Mehr für die Laternenzeit

Alle Lieder zum Laternelaufen findest du bei den Laternen- und Martinsliedern.

Nach oben scrollen