Vier kurze Zeilen, die jedes Kind kennt: „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“ gehört zum Laternelaufen wie die Laterne selbst. Hier findest du den alten Text, erfährst, was „brenn auf mein Licht“ eigentlich bedeutet, und bekommst Bewegungen und eine Druckvorlage dazu.
Der Liedtext
Sonne, Mond und Sterne,
brenn auf mein Licht, brenn auf mein Licht,
aber meine liebe Laterne nicht.
Was bedeutet „brenn auf mein Licht“?
Früher steckte in jeder Papierlaterne eine echte Kerze. Die Kinder wünschen sich im Lied also zweierlei: Die Kerze soll hell brennen – aber die Laterne selbst soll bitte kein Feuer fangen. Genau das ist mit „aber meine liebe Laterne nicht“ gemeint. Diese kleine Erklärung macht Kindern den Vers sofort verständlich.
„Sonne, Mond und Sterne“ waren die Bilder, die man aus den Laternen ausschnitt oder aufklebte – die Laterne trägt den Himmel sozusagen mit sich.
Bewegungen zum Mitmachen
- „Laterne, Laterne“ – die Laterne (oder eine gedachte) zweimal im Takt anheben.
- „Sonne“ – mit beiden Armen einen großen Kreis über dem Kopf formen.
- „Mond“ – die Arme zu einer Mondsichel biegen.
- „und Sterne“ – mit den Fingern über dem Kopf funkeln.
- „brenn auf mein Licht, brenn auf mein Licht“ – die Hände wie eine Flamme nach oben flackern lassen.
- „aber meine liebe Laterne nicht“ – den Kopf schütteln und die Laterne schützend in den Arm nehmen.
Ab welchem Alter – und was es fördert
Weil der Vers so kurz ist, singen schon Zweijährige mit. Die Reimpaare Laterne und Sterne, Licht und nicht üben das Gehör für Reime; die Bilder von Sonne, Mond und Sternen lassen sich wunderbar mit Gesten verbinden. Ältere Kinder können den Vers als Einschub zwischen anderen Laternenliedern singen – so wurde er früher gebraucht.
Woher der Vers kommt
Der Vers stammt aus Norddeutschland, wo Kinder an Herbstabenden mit Papierlaternen durch die Straßen zogen. Er war ursprünglich ein kurzer Kehrvers, der zwischen anderen Laternenliedern gesungen wurde, und hing oft an plattdeutschen Liedern. Gedruckt steht er zum Beispiel 1904 in einer Mitteilung aus Kiel. Wie verbreitet er damals schon war, zeigt Heinrich Seidels Gedicht „Laternenlied“ von 1900, in dem die Kinder genau diesen Vers singen.
Varianten
Heute singen viele „brenne auf, mein Licht … aber nur meine liebe Laterne nicht“. In Mecklenburg war 1907 eine lustige Mischform verbreitet, in der sogar Bremen vorkommt: „Laterne, Laterne, / Ich geh mit meiner Laterne, / Meine Laterne ist hübsch und fein, / Darum geh ich ganz allein. / Hamburg, Lübeck, Bremen, / Ich brauch mich nicht zu schämen …“
In neueren Liederbüchern stehen noch zwei weitere Strophen („Sperrt ihn ein, den Wind …“ und „Bleibe hell, mein Licht …“). Für sie haben wir keinen Beleg aus der Zeit vor 1956 gefunden – ihr Verfasser ist unklar. Deshalb drucken wir hier nur den alten Vers.
Druckvorlage: der Vers groß zum Ausdrucken – zum Aufhängen neben der Laternenwerkstatt.
PDF herunterladenMehr für die Laternenzeit
Weitere Lieder findest du bei den Laternen- und Martinsliedern, zum Beispiel Ich geh mit meiner Laterne.