Mit Anleitung · Herkunft · Druckvorlage

Süßer die Glocken nie klingen

„Süßer die Glocken nie klingen als zu der Weihnachtszeit“ – in diesem Lied läuten die Glocken, und das Christkind hört sie im Himmel. Hier findest du alle drei Strophen, eine Idee zum Singen mit Glöckchen, die Herkunft von Text und Melodie und eine Druckvorlage.

TextFriedrich Wilhelm Kritzinger (um 1860)
MelodieVolksweise, um 1840
Strophen3
Passt ab3 Jahren
AnlassAdvent und Weihnachten

Der Liedtext

1
Süßer die Glocken nie klingen,
Als zu der Weihnachtszeit,
Ist, als ob Engelein singen
Wieder von Frieden und Freud’,
Wie sie gesungen in seliger Nacht!
Glocken mit heiligem Klang,
Klingt doch die Erde entlang!
2
O wenn die Glocken erklingen,
Schnell sie das Christkindlein hört,
Tut sich vom Himmel dann schwingen,
Eilet hernieder zur Erd’,
Segnet den Vater, die Mutter, das Kind;
Glocken mit heiligem Klang,
Klingt doch die Erde entlang!
3
Klinget mit lieblichem Schalle
Über die Meere noch weit,
Dass sich erfreuen doch alle
Seliger Weihnachtszeit,
Alle aufjauchzen mit einem Gesang!
Glocken mit heiligem Klang,
Klingt doch die Erde entlang!
Text nach W. Kritzinger, Weihnachtsbüchlein für Schule und Haus, Zeitz 1866, S. 12 (Rechtschreibung behutsam modernisiert); mit Noten in Bernhard Brähmigs Liederstrauß, 3. Heft, Leipzig 1897, S. 84–85.

Beim Singen wird die fünfte Zeile jeder Strophe wiederholt – im alten Notendruck beim zweiten Mal ganz leise. Und aufgepasst: Im Original heißt es „Klingt doch die Erde entlang“.

Was die Wörter bedeuten

  • süßer … nie: Nie klingen die Glocken schöner als zur Weihnachtszeit.
  • in seliger Nacht: in der Heiligen Nacht, als die Engel den Hirten erschienen.
  • sich schwingen: sich aufmachen, fliegen.
  • hernieder: herab.
  • mit lieblichem Schalle: mit schönem Klang.
  • aufjauchzen: laut vor Freude rufen.

So singt ihr mit Glocken

  1. Verteilt Glöckchen – bei „Glocken mit heiligem Klang“ läuten alle.
  2. Große und kleine Glocken: Tiefe Töne gibt es mit Topfdeckeln und Kochlöffeln, hohe mit Glöckchen.
  3. In der zweiten Strophe fliegt das Christkind vom Himmel – die Arme wie Flügel bewegen.
  4. Die wiederholte fünfte Zeile ganz leise singen, wie ein Echo aus der Ferne.

Woher das Lied kommt

Den Text schrieb Friedrich Wilhelm Kritzinger (1816–1890). Er war Theologe und Pädagoge und leitete in Droyßig bei Zeitz ein Seminar, das Lehrerinnen ausbildete. Er dichtete die Strophen ausdrücklich auf eine bekannte Volksweise: Um 1840 sang man sie in Thüringen und Schlesien zu einem Abendlied, „Seht, wie die Sonne dort sinket“.

Zuerst gedruckt wurde das Lied der Literatur nach 1860 im „Liederstrauß“, einem Schulliederbuch des Musiklehrers Bernhard Brähmig. Den ältesten Druck, den wir selbst einsehen konnten, hat Kritzinger 1866 in seinem eigenen „Weihnachtsbüchlein für Schule und Haus“ herausgegeben. Weil es auf dieselbe Melodie mehrere ältere Texte gibt, tauchen manchmal andere Namen als Dichter auf.

Ideen für Kita und zu Hause

  • Glocken lauschen: Am Heiligabend oder am Sonntag gemeinsam auf die Kirchenglocken hören – klingen sie hoch oder tief?
  • Glocken basteln: kleine Blumentöpfe aus Ton bemalen und mit einer Holzperle als Klöppel aufhängen.
  • Grundschule: Wie entsteht ein Glockenton? Den Klöppel anschlagen und die Schwingung mit der Hand fühlen.

Druckvorlage: das Liedblatt mit allen drei Strophen.

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