„Ihr Kinderlein, kommet“ lädt alle Kinder an die Krippe ein: Seht, was in dieser Nacht geschehen ist! Hier findest du alle acht Strophen, eine Idee für ein kleines Krippenspiel, die Geschichte des Lieds – die Melodie gehörte ursprünglich zu einem Frühlingslied – und eine Druckvorlage.
Der Liedtext
Zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall,
Und seht, was in dieser hochheiligen Nacht
Der Vater im Himmel für Freude uns macht.
Seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl,
In reinlichen Windeln das himmlische Kind,
Viel schöner und holder als Engel es sind.
Maria und Joseph betrachten es froh;
Die redlichen Hirten knien betend davor;
Hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.
Milch, Butter und Honig nach Bethlehem hin,
Ein Körblein voll Früchte, das purpurrot glänzt,
Ein schneeweißes Lämmlein mit Blumen bekränzt.
Erhebet die Händlein und danket wie sie!
Stimmt freudig, ihr Kinder, wer sollt sich nicht freun?
Stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!
Was leidest du alles für unsere Sünd!
Ach hier in der Krippe schon Armut und Not,
Am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod.
Du bestes und liebstes der Kinder dafür?
Nichts willst du von Schätzen und Reichtum der Welt;
Ein Herz nur voll Unschuld allein dir gefällt.
Wir geben sie gerne, mit fröhlichem Sinn,
Und mache sie heilig und selig wie deins,
Und mach sie auf ewig mit deinem in Eins.
Meist werden nur vier Strophen gesungen: die erste, zweite, dritte und fünfte. Heute heißt es oft „Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh“ und „wer wollt sich nicht freun“ – kleine Änderungen, die schon im 19. Jahrhundert aufkamen.
Was die Wörter bedeuten
- Windeln: Tücher, in die man früher Säuglinge wickelte.
- redlich: ehrlich, anständig.
- der Engelein Chor: der Chor der Engel.
- purpurrot: tiefrot.
- anbetend die Knie beugen: niederknien, um zu beten.
- zum Opfer: als Geschenk – hier: für das Jesuskind.
Ein kleines Krippenspiel zum Lied
- Stellt eine Krippe auf – ein Wäschekorb mit Heu oder Stroh und eine Puppe genügen.
- Erste Strophe: Alle Kinder kommen singend „von draußen“ herein und stellen sich im Halbkreis auf.
- Zweite Strophe: Ein Kind hält eine Laterne über die Krippe – das „Lichtlein“.
- Dritte Strophe: Maria und Josef knien an der Krippe, die Hirten davor, die Engel stehen dahinter auf einem Stuhl.
- Vierte Strophe: Hirtenkinder bringen ein Körbchen mit Äpfeln und ein Kuscheltier-Lamm.
- Fünfte Strophe: Alle knien nieder, heben die Hände und singen zum Schluss besonders fröhlich.
Woher das Lied kommt
Christoph von Schmid (1768–1854) wirkte als Priester und Lehrer in Thannhausen in Schwaben. Berühmt wurde er mit Kindergeschichten wie „Die Ostereier“ – deshalb stand 1819 statt seines Namens nur „von dem Verfasser der Ostereyer“ über dem Lied, das damals „Die Kinder bey der Krippe“ hieß. Geschrieben hat er es um 1810; zuerst gedruckt wurde es der Literatur nach 1811 in einem Gesangbuch für seine Gemeinde.
Die Melodie ist älter und gehörte ursprünglich zu einem Frühlingslied: Johann Abraham Peter Schulz (1747–1800), damals Hofkapellmeister in Kopenhagen, hatte sie für „Wie reizend, wie wonnig ist alles umher“ geschrieben. Der Gütersloher Lehrer Friedrich Hermann Eickhoff legte um 1830 Schmids Weihnachtstext darauf – und so wurde das Lied in ganz Deutschland gesungen.
Ideen für Kita und zu Hause
- Krippe bauen: aus einem Schuhkarton, Stroh und Figuren aus Ton oder Papier.
- Geschenke für das Kind: Was würdet ihr mitbringen? Die Hirtenkinder im Lied bringen Milch, Butter, Honig und Früchte.
- Grundschule: Die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium lesen und mit dem Lied vergleichen.
Druckvorlage: das Liedblatt mit allen acht Strophen – für das Krippenspiel.
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