Mit Anleitung · Herkunft · Druckvorlage

Schneeflöckchen, Weißröckchen

„Schneeflöckchen, Weißröckchen“ ist das Lied, das Kinder beim ersten Schnee am Fenster singen. Hier findest du den Text der vier bekannten Strophen, Bewegungen zum Mitmachen, die überraschende Geschichte des Lieds – es sah am Anfang ganz anders aus – und eine Druckvorlage.

Passt ab2 Jahren
Textnach Hedwig Haberkern (1869), heutige Fassung überliefert
MelodieVerfasser unbekannt
Strophen4
JahreszeitWinter und Advent

Der Liedtext

1
Schneeflöckchen, Weißröckchen,
jetzt kommst du geschneit,
du wohnst in der Wolke,
dein Weg ist so weit.
2
Komm, setz dich ans Fenster,
du lieblicher Stern,
malst Blumen und Blätter,
wir haben dich gern.
3
Schneeflöckchen, du deckst uns
die Blümelein zu,
dann schlafen sie sicher
in himmlischer Ruh.
4
Schneeflöckchen, Weißröckchen,
komm zu uns ins Tal,
dann baun wir den Schneemann
und werfen den Ball.
Text nach dem ältesten Druck der heutigen Strophen, den wir gefunden haben: Die Mennonitische Rundschau, Winnipeg, 16. Februar 1955, S. 7 (Zeilen geteilt). Heute singt man meist „wann kommst du geschneit“ und „du wohnst in den Wolken“.

Was die Wörter bedeuten

  • Weißröckchen: ein Kosename für die Schneeflocke – sie trägt ein weißes Röckchen.
  • geschneit kommen: als Schnee herabfallen.
  • Malst Blumen und Blätter: gemeint sind die Eisblumen, die der Frost ans Fenster zaubert.
  • deckst die Blümelein zu: Unter der Schneedecke überstehen Pflanzen den Winter besser.

Bewegungen zum Mitmachen

  1. „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ – die Finger von oben nach unten rieseln lassen wie fallenden Schnee.
  2. „du wohnst in der Wolke“ – mit beiden Armen eine große Wolke über dem Kopf formen.
  3. „Komm, setz dich ans Fenster“ – mit den Händen ein Fenster in die Luft malen.
  4. „malst Blumen und Blätter“ – mit einem Finger Eisblumen auf das gedachte Fenster zeichnen.
  5. „du deckst uns die Blümelein zu“ – in die Hocke gehen und die Arme wie eine Decke über den Kopf legen.
  6. „dann baun wir den Schneemann und werfen den Ball“ – Kugeln rollen, aufeinandersetzen und zum Schluss einen Schneeball werfen.

Ab welchem Alter – und was es fördert

Schon Zweijährige singen die erste Zeile mit und lassen die Finger rieseln. Das Lied ist kurz, hat klare Bilder und einen wiegenden Dreiertakt – ideal, um Sprache und Bewegung zu verbinden. Ältere Kinder können über die Eisblumen und die schützende Schneedecke staunen: Warum frieren die Pflanzen darunter nicht?

Woher das Lied kommt

Den Anfang machte die Breslauer Autorin Hedwig Haberkern (1837–1901), die als „Tante Hedwig“ Geschichten für kleine Kinder schrieb. 1869 ließ sie in einer Geschichte über eine Schneewolke Kinder ein Lied singen – so klang es damals:

Schneeflöckchen vom Himmel
Da kommst Du geschneit,
Du warst in der Wolke,
Dein Weg ist gar weit;
Ach setz’ dich ans Fenster,
Du niedlicher Stern,
Giebst Blätter und Blumen,
Wir sehen dich gern!
Schneeflöckchen, ach decke
Die Saaten geschwind,
Sie frieren, du wärmst sie,
So bittet das Kind.
Schneeflöckchen, Weißröckchen,
So kommet doch all’,
Dann wird bald ein Schneemann,
Dann werf ich den Ball.
Hedwig Haberkern, Tante Hedwigs Geschichten für kleine Kinder, 3. Auflage, Breslau [1910], S. 13 (Rechtschreibung behutsam modernisiert). Erstausgabe 1869.

Danach wurde das Lied immer wieder umgesungen: Um 1890 kam eine Strophe mit dem „Wintervöglein“ dazu, später die Strophen mit den zugedeckten Blümchen, die wir heute kennen. Wer diese Fassung geformt hat, weiß niemand – ebenso wenig, wer die heutige Melodie erfunden hat.

Ideen für Kita und zu Hause

  • Schneeflocken schneiden: Papier falten und Flocken ausschneiden – jede sieht anders aus.
  • Eisblumen suchen: an einem frostigen Morgen gemeinsam ans Fenster schauen.
  • Watteflocken-Pusten: Wattebäusche beim Singen über den Tisch pusten.

Druckvorlage: das Liedblatt mit allen vier Strophen – für die Fensterscheibe oder den Liederordner.

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