Mit Anleitung · Herkunft · Druckvorlage

Leise rieselt der Schnee

„Leise rieselt der Schnee“ ist das stille Lied für die Adventszeit: Draußen fällt Schnee, der See ist gefroren, und bald kommt das Christkind. Hier findest du alle drei Strophen, eine Idee zum Leisewerden, die Geschichte des Lieds aus Westpreußen und eine Druckvorlage.

Text und MelodieEduard Ebel (1895)
Strophen3
Passt ab2 Jahren
AnlassAdvent und erster Schnee

Der Liedtext

1
Leise rieselt der Schnee,
Still und starr liegt der See,
Weihnachtlich glänzet der Wald:
Freue dich, Christkind kommt bald.
2
In den Herzen ist’s warm,
Still schweigt Kummer und Harm,
Sorge des Lebens verhallt:
Freue dich, Christkind kommt bald.
3
Bald ist heilige Nacht;
Chor der Engel erwacht;
Horch’ nur, wie lieblich es schallt:
Freue dich, Christkind kommt bald.
Eduard Ebel, Gesammelte Gedichte, Graudenz, Weihnachten 1895, S. 86, unter dem Titel „Weihnachtsgruß. Ein Kinderlied“ (Rechtschreibung behutsam modernisiert).

Heute singt man oft „Freue dich, ’s Christkind kommt bald!“ und in der dritten Strophe „Hört nur, wie lieblich es schallt“ – kleine Änderungen, die sich beim Singen eingeschliffen haben.

Was die Wörter bedeuten

  • rieseln: ganz fein und leise fallen.
  • starr: fest gefroren.
  • weihnachtlich glänzen: festlich schimmern – der Schnee auf den Bäumen glitzert.
  • Harm: Kummer, Leid.
  • verhallen: leiser werden und verklingen.

Ein Lied zum Leisewerden

  1. Alle setzen sich in einen Kreis, das Licht wird gedämpft.
  2. „Leise rieselt der Schnee“ – die Finger ganz langsam von oben herabrieseln lassen.
  3. „Still und starr liegt der See“ – die Hände flach auf den Boden legen und nicht mehr bewegen.
  4. In der zweiten Strophe die Hände aufs Herz legen – dort ist es warm.
  5. Bei „Chor der Engel erwacht“ die Arme langsam heben und die letzte Zeile nur noch flüstern.

Woher das Lied kommt

Eduard Ebel (1839–1905) wirkte als evangelischer Pfarrer in Graudenz, einer Stadt an der Weichsel, die heute Grudziądz heißt und zu Polen gehört. Pünktlich zum Fest 1895 erschien ein Buch mit seinen gesammelten Gedichten; auf Seite 86 steht unser Lied, überschrieben mit „Weihnachtsgruß“ und darunter „Ein Kinderlied“.

Bereits 1897 führten Schulkinder aus der Gegend um Danzig das Lied bei einem Familienabend auf. Die Zeitung berichtete im Dezember 1897 davon und nannte Pfarrer Ebel ausdrücklich als Dichter und Komponisten. Später hieß es manchmal, die Melodie sei eine alte Volksweise – der Zeitungsbericht spricht für Ebel selbst.

Ideen für Kita und zu Hause

  • Stille-Minute: Nach dem Lied eine Minute ganz still sein und lauschen – was hört ihr noch?
  • Schneeflocken aus Papier: falten, schneiden und ans Fenster kleben.
  • Grundschule: Warum ist es so still, wenn Schnee liegt? Frischer Schnee schluckt den Schall wie ein dicker Teppich.

Druckvorlage: das Liedblatt mit allen drei Strophen.

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