Vom ersten Advent bis zu den Heiligen Drei Königen: Hier findest du die bekannten Weihnachtslieder für Kinder mit vollständigem Text, der Geschichte hinter dem Lied und oft einer Druckvorlage. Alle Texte haben wir aus alten Originalausgaben übernommen – und bei neueren, geschützten Liedern sagen wir dir, von wem sie sind.
Die bekanntesten Weihnachtslieder für Kinder
- Stille Nacht, heilige Nacht – das Weihnachtslied, das 1818 in Oberndorf bei Salzburg zum ersten Mal erklang.
- O Tannenbaum – das Lied vom immergrünen Baum.
- Ihr Kinderlein, kommet – die Einladung an die Krippe.
- Kling, Glöckchen, klingelingeling – das Christkind klopft an die Tür.
- Schneeflöckchen, Weißröckchen – das Lied für den ersten Schnee.
- Leise rieselt der Schnee – das stille Lied für die Adventszeit.
- Lasst uns froh und munter sein – das Lied zum Nikolausabend.
- Morgen kommt der Weihnachtsmann – mit dem überraschenden Originaltext.
- Morgen, Kinder, wird’s was geben – die Vorfreude auf Heiligabend.
- Süßer die Glocken nie klingen – der Glockenklang zur Weihnacht.
Zu jedem dieser Lieder gibt es eine eigene Seite mit allen Strophen, Erklärungen, der Herkunft und einer Druckvorlage.
Weihnachtslieder mit Kindern singen
In der Adventszeit wird gesungen wie sonst nie im Jahr – im Morgenkreis, beim Plätzchenbacken, am Adventskranz und unterm Weihnachtsbaum. Mit ein paar Kniffen haben alle Spaß daran:
- Ein Lied pro Adventssonntag: vier Sonntage, vier Lieder – bis Heiligabend sitzen sie.
- Erst die erste Strophe: Bei langen Liedern reicht sie für den Anfang; die anderen kommen im nächsten Jahr dazu.
- Liedblätter ausdrucken: in großer Schrift, damit auch Oma und Opa mitsingen können.
- Mit Glöckchen und Rasseln: Kinder begleiten gern – ein Löffel am Topfdeckel tut es auch.
- Summen ist erlaubt: Wer den Text nicht kann, summt die Melodie einfach mit.
Weitere Advents- und Weihnachtslieder mit Text
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit
Das große Adventslied schrieb der Königsberger Pfarrer Georg Weissel 1623 zur Einweihung einer Kirche; das Bild vom Tor, durch das ein König einzieht, stammt aus Psalm 24. Die schwungvolle Melodie im Dreiertakt stand zuerst 1704 in einem Gesangbuch aus Halle.
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Schöpfer reich von Rat!
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
sein Königskron ist Heiligkeit,
sein Zepter ist Barmherzigkeit;
all unser Not zum End er bringt,
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Heiland groß von Tat!
so diesen König bei sich hat;
wohl allen Herzen in gemein,
da dieser König ziehet ein!
Er ist die rechte Freudensonn,
bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott,
mein Tröster früh und spat.
eur Herz zum Tempel zubereit;
die Zweiglein der Gottseligkeit
steckt auf mit Andacht, Lust und Freud.
So kommt der König auch zu euch,
ja Heil und Leben mit zugleich.
Gelobet sei mein Gott,
voll Rat, voll Tat, voll Gnad.
meins Herzens Tür dir offen ist;
ach zeuch mit deiner Gnaden ein,
dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein heilger Geist uns führ und leit
den Weg zur ewgen Seligkeit!
Dem Namen dein, o Herr,
sei ewig Preis und Ehr!
Tochter Zion, freue dich
Die Melodie stammt von Georg Friedrich Händel – ein jubelnder Chor aus einem seiner Oratorien. In den 1820er-Jahren dichtete der junge Nürnberger Lehrer Friedrich Heinrich Ranke deutsche Worte dazu – nach dem Propheten Sacharja, der einen König ankündigt, der auf einem Esel kommt. Am Schluss jeder Strophe wiederholt man die ersten beiden Zeilen wiederholt.
jauchze laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir,
ja er kommt der Friede-Fürst,
Tochter Zion, freue dich,
jauchze laut, Jerusalem!
Sei gesegnet deinem Volk!
Gründe nun dein ew’ges Reich,
Hosianna in der Höh!
Reitet auf dem Eselein,
Tochter Zion freue dich!
Hol’ ihn jubelnd zu dir ein
Sei gegrüßet König mild,
Ewig steht, dein Friedensthron,
Du des ewgen Vaters Kind.
Alle Jahre wieder
Wilhelm Hey, von dem auch „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“ stammt, veröffentlichte das Lied 1837 ohne seinen Namen, versteckt im Anhang eines Buchs mit Fabeln. Die drei Strophen sind ein einziger langer Satz. Die heute gesungene Melodie ist übrigens nicht die, die Friedrich Silcher dazu drucken ließ – wer sie erfunden hat, ist offen.
Kommt das Christuskind
Auf die Erde nieder,
Wo wir Menschen sind;
Ein in jedes Haus,
Geht auf allen Wegen
Mit uns ein und aus;
Still und unerkannt,
Dass es treu mich leite
An der lieben Hand.
Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen
Hermann Kletke schrieb diesen „Weihnachtsspruch“ 1841 für ein Kinderbuch: Die Kinder stehen strahlend vor dem Baum, und zwei unsichtbare Engel bringen der Familie Gottes Segen. Heute singt man „Am Weihnachtsbaume …“ und „wollt ihr in mir erkennen“, damit jede Note eine Silbe bekommt.
Wie glänzt er festlich, lieb und mild,
Als spräch’ er: wollt in mir erkennen
Getreuer Hoffnung stilles Bild.
Das Auge lacht, es lacht das Herz;
O fröhlich’, seliges Entzücken!
Die Alten schauen himmelwärts.
Kein Auge hat sie kommen sehn,
Sie gehn zum Weihnachtstisch und beten,
Und wenden wieder sich und gehn:
Gesegnet sei du kleine Schar!
Wir bringen Gottes Segen heute
Dem braunen, wie dem weißen Haar.
Schickt uns der Herr als Boten aus,
Und seid Ihr treu und fromm geblieben,
Wir treten wieder in dies Haus!“ —
Unsichtbar jedes Menschen Blick,
Sind sie gegangen, wie gekommen,
Doch Gottes Segen blieb zurück!
Fröhliche Weihnacht überall
Das Lied stammt aus Amerika: 1870 erschien in New York „Merry, merry Christmas everywhere“. Ein unbekannter Übersetzer übertrug es ins Deutsche; 1880 stand die deutsche Fassung in einem Hamburger Liederheft, versehen mit dem Vermerk „Aus dem Englischen“. Der Kehrreim wird vor und nach jeder Strophe gesungen.
tönet durch die Lüfte froher Schall
Weihnachtston, Weihnachtsbaum,
Weihnachtsduft in jedem Raum!
fröhliche Weihnacht überall
tönet durch die Lüfte froher Schall.
in den Jubelton,
denn es kommt das Licht der Welt
von des Vaters Thron.
Unser Licht bist du,
Denn du führst, die dir vertraun,
Ein zur selgen Ruh.
Sei getan für dich!
Dass bekennen Jeder muss:
Christkind kam für mich.
O du fröhliche
Johannes Daniel Falk kümmerte sich in Weimar um Kinder, die ihre Eltern verloren hatten. Für sie dichtete er um 1816 ein Lied mit je einer Strophe für Weihnachten, Ostern und Pfingsten, gesungen auf eine alte italienische Marienmelodie. Heinrich Holzschuher, der früher mit ihm gearbeitet hatte, formte daraus 1826 das reine Weihnachtslied, das wir kennen.
O du selige,
Gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren,
Christ ist geboren,
Freue, freue dich, Christenheit!
O du selige
Gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen
Uns zu versühnen,
Freue, freue dich, Christenheit!
O du selige,
Gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere
Jauchzen dir Ehre,
Freue, freue dich, Christenheit!
Kommet, ihr Hirten
Die Melodie kommt aus Böhmen. Der Leipziger Chorleiter Carl Riedel schrieb um 1870 einen eigenen deutschen Text dazu: Erst rufen die Engel die Hirten zum Stall, dann antworten die Hirten.
kommet, das liebliche Kindlein zu schau’n!
Christus, der Herr,
ist heute geboren,
den Gott zum Heiland
euch hat erkoren.
Fürchtet euch nicht!
was uns verheißen der himmlische Schall!
Was wir dort finden,
lasset uns künden,
lasset uns preisen
in frommen Weisen!
Halleluja!
Bethlehems Hirtenvolk gar große Freud!
Nun soll es werden
Friede auf Erden,
den Menschen allen
ein Wohlgefallen.
Ehre sei Gott!
Es ist ein Ros entsprungen
Das älteste Lied auf dieser Seite stammt aus dem 16. Jahrhundert; 1599 wurde es in Köln mit mehr als zwanzig Strophen gedruckt. Die ersten beiden Strophen singen wir in der Fassung von Michael Praetorius (1609), die dritte dichtete Pfarrer Friedrich Layriz 1844. Heute beginnt sie meist mit „Das Blümelein so kleine“.
aus einer Wurzel zart,
Wie uns die Alten sungen,
von Jesse kam die Art,
Und hat ein Blümlein bracht,
mitten im kalten Winter,
wohl zu der halben Nacht.
davon Jesajas sagt,
Hat uns gebracht alleine
Marie, die reine Magd.
Aus Gottes ewgem Rat
hat sie ein Kind geboren,
wohl zu der halben Nacht.
das duftet uns so süß,
Mit seinem hellen Scheine
vertreibt’s die Finsternis.
Wahr Mensch und wahrer Gott;
hilft uns aus allem Leide,
rettet von Sünd und Tod.
Es ist für uns eine Zeit angekommen – das Sternsingerlied
Im Luzerner Wiggertal in der Schweiz zogen Sänger in den Tagen um den 6. Januar mit einem beleuchteten Papierstern durch die Dörfer und sangen dieses Lied von den Heiligen Drei Königen. Der Volksliedsammler Alfred Leonz Gassmann schrieb es auf und veröffentlichte es 1906. Die heute oft gesungene Winterfassung „… die bringt uns eine große Freud“ ist ein anderer Text von Paul Hermann aus dem Jahr 1939, ohne christlichen Bezug, und noch urheberrechtlich geschützt.
es ist für uns eine große Gnad’,
Denn es ist ein Kind geboren
und das der höchste König war,
Unser Heiland Jesus Christ,
der für uns, der für uns,
der für uns Mensch geworden ist.
Weil er dieses nicht leiden mag.
Denn es lag in der harten Krippe
Und die gar noch ein Felsen war:
Zwischen Ochs und Esulein
Liegst du armes, liegst du armes Jesulein.
Sie kamen aus dem Morgenland.
Ein Stern, der tät’ sie schön begleiten
Und führte sie nach Bethlehem.
Sie knieten vor dem Kindolein,
Großes Opfer, großes Opfer brachten sie dar.
Beliebte neuere Weihnachtslieder
Viele Weihnachtslieder, die heute in Kitas und Schulen beliebt sind, sind erst nach 1950 entstanden. Ihre Texte sind urheberrechtlich geschützt, bis 70 Jahre nach dem Tod der Autorinnen und Autoren vergangen sind. Wir nennen sie hier mit Titel und Urheber, damit du sie findest – den Text bekommst du in den Liederbüchern der Verlage:
- „In der Weihnachtsbäckerei“, „Guten Tag, ich bin der Nikolaus“, „Wann kommst du, Weihnachtsmann“ – Text und Musik: Rolf Zuckowski (1987)
- „Dicke rote Kerzen“, „Sei gegrüßt, lieber Nikolaus“, „Kleine Kerze, leuchte“ – Text: Rolf Krenzer, Musik: Detlev Jöcker (oft fälschlich Zuckowski zugeschrieben)
- „Das Licht einer Kerze ist im Advent erwacht“ – Text: Rolf Krenzer, Musik: Peter Janssens
- „Wir sagen euch an den lieben Advent“ – Text: Maria Ferschl, Melodie: Heinrich Rohr (1954)
- „Sind die Lichter angezündet“ und „Vorfreude, schönste Freude“ – Text: Erika Engel-Wojahn
- „Stern über Bethlehem“ – Alfred Hans Zoller (1963)
- „Tragt in die Welt nun ein Licht“ – Wolfgang Longardt (1972)
- „Feliz Navidad“ – José Feliciano (1970); „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ – Johnny Marks (1949)
Bei „Jingle Bells“ und „We Wish You a Merry Christmas“ sind die englischen Originale alt und frei, die bekannten deutschen Texte aber neuer – etwa „Ein kleiner weißer Schneemann“ (1968).
Mehr für Advent und Winter
Verse zum Aufsagen findest du bei den Weihnachtsgedichten und den Nikolausgedichten, Lieder für die kalte Zeit bei den Winterliedern.